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	<title>Menschliches Archive - Stephan Heider</title>
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	<description>Leben - Fühlen - Schreiben!</description>
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	<title>Menschliches Archive - Stephan Heider</title>
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		<title>WIR SEHEN UNS</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 May 2026 18:18:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Emotionales]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Menschliches]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kurioserweise trat ich gerade vor den Parkscheinautomaten, um die anderthalb Stunden zu bezahlen, die ich am Bett meines sterbenden Freundes</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://stephan-heider.de/wir-sehen-uns/">WIR SEHEN UNS</a> erschien zuerst auf <a href="https://stephan-heider.de">Stephan Heider</a>.</p>
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<p>Kurioserweise trat ich gerade vor den Parkscheinautomaten, um die anderthalb Stunden zu bezahlen, die ich am Bett meines sterbenden Freundes verbracht hatte. Wir weinten und ich habe ihm den Rücken gerieben, der vom Dauerliegen juckte. Vorsichtig um die Lungendrainage herum. Dann schauten wir ein altes Fotoalbum an, so eines mit Fotoecken und Schwarzweiß-Bildern mit breitem Rahmen, auf denen er im vorderen Teil des Albums heiratete und weiter hinten vom Strand winkte. Vor fünfzig Jahren. Sein Mund stand beim Atmen offen und die zu groß gewordenen Zähne hervor. Die Sauerstoffmaschine pumpte zuverlässig ihre Arbeit in seine Nase. Ich verabschiedete mich ziemlich befangen, was sollte ich auch sagen. </p>



<p>2,50 Euro war es dem Automaten wert, dass mein Auto neunzig Minuten gewartet hatte, während ich einen Sterbenden tröstete. Im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten. Der Schweißausbruch war schon da, als ich den Fünfeuroschein zitternd in den Schlitz des Abrechners schob. Hätte ich überlebt, würde ich sicher behaupten, ein Fragezeichen auf dem Display gesehen zu haben, sinnbildlich für meine persönliche Frage nach dem Sinn all dessen. </p>



<p>Ich ging davon aus, gleich bei Kaffee und Keksen zu Hause zu sitzen und nun war ich schneller tot als mein Freund da oben in seinem intelligenten Pflegebett. </p>



<p>Die Frau hinter mir am Parkscheinautomat wusste nichts Besseres, als zu kreischen, nachdem mich mein Kammerflimmern zu Boden gedrückt hatte. Ich hatte noch nicht einmal das Wechselgeld entnommen, immerhin 2,50 Euro für den nächsten Besuch hier. Ich gebe der Frau keine Schuld, sie verfügte über keine Erste Hilfe Routine. Ich selbst hätte sie gehabt, aber die Frau ist ja nicht umgefallen, sondern ich. </p>



<p>Nur drücken hätte gereicht. Vier Minuten auf meinen Brustkorb. Dann waren die Profis da. Sie wusste es leider nicht, wie viel zu viele Menschen in Deutschland. Beide Arme gestreckt, mit dem Handballen tief in den Brustkorb hinein. Hundert Mal pro Minute. Das ist exakt der Takt von „Stayin‘ Alive“[,.] „Atemlos“ und, was ich besonders gelungen finde, „Highway toHell“[,.] Also für jeden Musikgeschmack etwas dabei. </p>



<p>Nichts, was kaputt gehen kann außer ein paar Rippen. Nur Mut, Frau, du brauchst keinen Kurs, mach einfach. Wir kennen uns nicht, aber ich brauche dich jetzt. Ihr Mut beschränkte sich aufs Schreien und ich starb unnötig am Fuße des Parkscheinautomaten. </p>



<p>Als mein Freund wenig später hinüberkam, war er ziemlich überrascht, dass ich schon auf ihn wartete. Schließlich war ich gerade erst quietschfidel mit den Worten: „Wir sehen uns“ aus seinem Sterbezimmer marschiert. Er kam auf mich zu, nahm mich in den Arm und drückte mich lange. Dann schob er mich eine Armlänge weit weg, sah mich an und sagte lächelnd: „Später, mein Freund.“ Seine Hände legten sich sanft auf mein Gesicht und seine Daumen schoben vorsichtig meine Augenlider hoch, die zuvor geschlossen waren, obwohl ich ihn klar gesehen hatte. Dann war mein Freund verschwunden und ich starrte an eine weiße Zimmerdecke. </p>



<p>Zwei Tage später standen sie mit feuchten Augen an meinem Krankenbett. Die kreischende Frau und der Ersthelfer, der sie am Parkscheinautomat gehört hatte und unverzüglich mein Herz massierte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://stephan-heider.de/wir-sehen-uns/">WIR SEHEN UNS</a> erschien zuerst auf <a href="https://stephan-heider.de">Stephan Heider</a>.</p>
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		<title>Mein feiges Spieglein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 13:54:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Menschliches]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenkliches]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ach, Spieglein klein, ich bin recht fein, so verlässlich und auch ehrlich. Ach, Spieglein klein, du bist so rein, sehr</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://stephan-heider.de/mein-feiges-spieglein/">Mein feiges Spieglein</a> erschien zuerst auf <a href="https://stephan-heider.de">Stephan Heider</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ach, Spieglein klein, ich bin recht fein, so verlässlich und auch ehrlich. </p>



<p>Ach, Spieglein klein, du bist so rein, sehr gut zu mir und nicht gefährlich. </p>



<p>Ach, Spieglein klar, wie bin ich rar, so selten wie die edlen Weine. </p>



<p>Ach, Spieglein klar, bist für mich da, für mich allein und sonst für keine. </p>



<p>Ach, Spieglein Gold, ich bin so hold, du siehst in mir niemals das Schlechte. </p>



<p>Ach, Spieglein Gold, hast nie gewollt, dass ich geh mit mir ins Rechte. </p>



<p>Mein Spieglein, es ist deine Kunst, aus dir schauen andere töricht raus. Spiegelst mich in voller Gunst, und blendest meine Fehler aus.</p>



<p>Doch euer Spieglein zeigt mich hässlich, malt unverschämt ein fieses Schwein. Ach, Spieglein mein, nur du verlässlich, schau selbstverliebt in dich hinein. </p>



<p>Ach, Spieglein dein, du machst mich irr, die Fratze drin kann ich nicht sein. Ich greif nach dir, so rasend wirr, und schlage deine Scheibe ein. </p>



<p>Dein Spieglein nun entzwei zerbricht, die Splitter überall verteilt. Zerschneiden deine Zuversicht, tiefe Wunde, die nicht heilt. </p>



<p>Im Nachhinein tut es mir leid, nicht in dich geblickt zu haben. Ich glaub, es ist nun an der Zeit, mein Selbstbild mal zu hinterfragen. </p>



<p>Ach, eignes Spieglein, bist glasklar, doch gerne du die Wahrheit biegst. Der fremde Spiegel spricht oft wahr, wenn du mir in die Tasche lügst. </p>



<p>Ach, Spieglein mein, ich muss erkunden, viele Bilder muss man schauen. Ich glaub, ich habe dich erfunden, um selbst mich übers Ohr zu hauen. </p>



<p>Ach, Spieglein dein, was sag ich dir, in deiner Tiefe klaffen Kerben. Jetzt steh ich ganz alleine hier, zu meinen Füßen, deine Scherben. </p>



<p>Ach, Spieglein dein, vermiss dich sehr, niemand sagt mir mehr die Wahrheit. Es gibt kein andres Spieglein mehr, das reflektieren kann mit Klarheit.</p>



<p>Dein Schliff, versteh nun wie er ist, ach du mein verklärter Spiegel. Selbstgerecht und feig und trist, nur Kristall mit Egosiegel. </p>



<p>Und die Moral von der Geschicht, ein Spiegel nie die Wahrheit spricht. Für ein Bild von mir komplett, brauch ich ein Spiegelkabinett. </p>



<p>Wer scheubeklappt in seinen starrt, und nicht nutzt Vielspiegelei. In eigner Herrlichkeit verharrt, stirbt dummschlau wie ein Spiegel-Ei.</p>
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		<title>In meiner Hand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2026 20:23:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Emotionales]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Menschliches]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenkliches]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Milos Fingerspitzen lagen entspannt auf dem, von Flöten und Geigen gekitzelten Paukenfell. Sie tasteten Ennio Morricones „Once Upon a Time</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://stephan-heider.de/in-meiner-hand/">In meiner Hand</a> erschien zuerst auf <a href="https://stephan-heider.de">Stephan Heider</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p></p>



<p>Milos Fingerspitzen lagen entspannt auf dem, von Flöten und Geigen gekitzelten Paukenfell. Sie tasteten Ennio Morricones „Once Upon a Time in America“, das leise aus dem Lautsprecher in der umgebauten Trommel klang. </p>



<p>Das selbstgebaute Konstrukt sorgte dafür, dass Milos die Musik fühlen und sich mental aus der Jetzt-Welt nehmen konnte. </p>



<p>Seine linke Hand lag bewegungslos zu seinen Füßen unterhalb des Lehnstuhls. Mit ihr am Arm wollte es ihm nicht gelingen in Verbindung mit seiner Erinnerung zu treten. Genau aus diesem Grund hatte er sie sich vor einer Stunde abgenommen und achtlos hingeschmissen, ohne mit der Wimper zu zucken. Er sah auf den rosafarbenen Stumpf am Ende seines Arms und dachte nach. </p>



<p>Die Klassifizierung auf der berühmten persönlichen Skala von eins „belanglos“ bis zehn „undenkbar“ fiel bei der Frage </p>



<p>„Wie empfindest du das Töten von Lebewesen?“</p>



<p> vielen Menschen leicht, solange es sich um möglichst kleine und eklige Insekten handelte. Die unbarmherzige Ausrottung von Wespen oder Spinnen auf Knopfdruck war ihm als reizvolle Idee mancher Phobiker auch schon zu Ohren gekommen. Auf der Stufe Eins die Schädlinge. Ein emotionsfreies Kinderspiel sie zu zerquetschen. Und auf der Stufe Zehn die Menschen. Undenkbar, einem von ihnen das Leben zu nehmen. </p>



<p>Milos fragte sich, woher der Irrglaube kam und dachte über den Moment nach, als sich seine persönliche Werte-Skala von jetzt auf gleich umgekehrt hatte.</p>



<p>Der Moment als Amelie ihm vom Arm gerissen wurde, lag seinem Gedächtnis nur als schwarz gefärbter Piepton vor. Die Bilder endeten kurz vor der Explosion und setzten erst wieder im Krankenhaus ein. </p>



<p>Ihre kleine Kinderhand in Seiner kehrte als Phantomgefühl zurück, sobald er sich in diese Ruhe begab. Die Plastikhand, die sie ihm angestückelt hatten, konnte er in diesem Moment weiß Gott nicht gebrauchen. </p>



<p>Tröstlich, dass Amelie die Hand ihres Vaters hielt und mitnahm, als sie starb. Das Phantomgefühl war für ihn vielleicht sogar intensiver und verblasste nicht im Laufe der Zeit. Das konnte nur ein Gehirn leisten. Keine Hand konnte das. Keine Hand, die an ihm geblieben wäre und nie wieder etwas anderes hätte anfassen dürfen, um die letzte Berührung seines kleinen Mädchens zu konservieren. </p>



<p>Deshalb war er mit der Prothese im Reinen. </p>



<p>Judith kam von links ins Wohnzimmer, die Seite auf der Milos taub war. Das Gehör war ihm mit seiner Hand weggesprengt worden, als Amelie auf die Landmine trat. </p>



<p>Judith lächelte mitfühlend, als sie hinter dem Lehnstuhl um ihren Lebensgefährten herumging und ihm leise ins gute Ohr flüsterte: </p>



<p>„Gehst du wieder mit Amelie spazieren?“</p>



<p>Milos lächelte die Frau, die seine Werte-Skala wieder auf zehn für alles Leben justierte, liebevoll an. </p>



<p>Dann sah der alt gewordene Mann wieder auf den Armstumpf, an dem er die Hand seiner Tochter immer noch genau so fühlen konnte, wie in ihrem letzten Moment vor drei Jahrzehnten.</p>



<p>Lebendig &#8211; Warm &#8211; Vereint. </p>



<p>Das Gefühl, dass ihn seither Tag für Tag am leben hielt.</p>



<p>„Ja, so wie jeden Abend“, antwortete er.</p>



<p>Seine Stimme klang mild.</p>
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		<title>Mondschatten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Oct 2025 18:10:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Emotionales]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Menschliches]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenkliches]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Monika war müde vom Tag. Das Büro, die neue Selbstständigkeit zehrte sie aus. Einerseits lebte sie ihren Traum, andererseits fraß</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://stephan-heider.de/mondschatten/">Mondschatten</a> erschien zuerst auf <a href="https://stephan-heider.de">Stephan Heider</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Monika war müde vom Tag. Das Büro, die neue Selbstständigkeit zehrte sie aus. Einerseits lebte sie ihren Traum, andererseits fraß das Geschäft sie mit Haut und Haaren. Obwohl sie von zu Hause arbeitete, rieb sie sich auf. </p>



<p>Der Tod ihrer Mutter Elisabeth kam so unerwartet. Sie sollte helfen und war die ersten Jahre fest eingeplant, so lange bis Monika sich eine Hilfe leisten könnte. Morgens im Büro und nachmittags sollte sie für die kleine Brie da sein. Das war ihr Plan. Der Tod hatte jedoch seinen eigenen Plan für Elisabeth.</p>



<p>Das Landhaus in der Toskana, das ihr Mann hinterlassen hatte, kostete zusätzliche Arbeit, die Monika im Moment noch nicht an einen Gärtner vergeben konnte. Ins Immobiliengeschäft einzusteigen, hier in der Region als Anfänger war nicht nur leichtsinnig, sondern nahezu irrsinnig. Viel zu viele einheimische Makler hatten etwas dagegen.</p>



<p>„Mami, ich habe heute Oma gesehen“, zwitscherte Brie aufgeregt, als Monika sie nach dem Abendessen zu Bett brachte.</p>



<p>„Ach Liebling, du weißt doch, dass Oma gestorben ist und wir sie nicht mehr sehen können.“ Monika war zu müde, um die Bedürfnisse eines trauernden Kindes zu bedienen. </p>



<p>„Sie geht durch den Rosengang&#8230; jeden Abend“, Bries Augen strahlten voller Glück. „Ja, Brie, das war früher. Oma liebte den abendlichen Spaziergang durch den Rosengarten. Aber nun ist sie im Himmel.“</p>



<p>Bries Miene wurde ernst. „Weißt du noch, wie Oma schritt? Sie ist es.“</p>



<p>„Okay, mein Schatz, du hast sicher recht.“ Monika hatte gerade nicht den Nerv mit Brie über die Endlichkeit des Lebens zu diskutieren. </p>



<p>Irgendwann in der Nacht schreckte Monika aus dem Schlaf. Ein Gedanke ließ ihr keine Ruhe. Was hatte Brie gesagt? „Weißt du noch, wie Oma schritt?“ Wie zum Teufel kam sie nur darauf, das Präteritum, also die einfache Vergangenheit, zu wählen? Das war sowohl für sie als auch für jedes andere Kind ungewöhnlich. Kinder sprachen im Perfekt&#8230; der Erzählform. Also hätte sie gesagt: „Weißt du noch, wie Oma durch den Rosengang geschritten ist?“, wäre es plausibel, wobei das Wort „schreiten“ auch keine Kindersprache ist. So sprach höchstens Elisabeth, ihre Mutter.</p>



<p>Monika sprang aus dem Bett und huschte zum Fenster. Im Vollmond lag der Rosengang, durch den drei Schatten auf und ab gingen. Der einer eleganten älteren Dame, der eines stattlichen Mannes und an dessen Hand ein kleines Mädchen. </p>



<p>Monika erkannte, dass Brie recht hatte. Sie stürmte zur Schlafzimmertür, um zu Brie zu gelangen, sei es auch nur um ihr schlafendes Kind liebevoll zu betrachten. Ihre Zimmertür war verschlossen, ohne dass ein Schlüssel steckte. Monika dachte nach, wieso sie sich eingeschlossen hatte, als das Türschloss aufschnappte. Eine Frau in weißer Schwesterntracht stand in der Tür und fuhr Monika schroff an: „Ich habe Ihnen gestern schon gesagt, dass Ihr Mann, Ihre Mutter und Ihre Tochter bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind. Monika, Sie sind auch nicht in der Toskana, sondern in der Klinik ‚Gute Hoffnung‘ im bayrischen Wald. Verdammt nochmal, wie oft soll das noch so gehen?“ </p>



<p>Monika erinnerte sich kurz, brach zusammen und weinte sich aus der Realität in einen fortwährenden Wachtraum. Ein schöner Traum, der ihre unerträglichen Schmerzen fraß.</p>



<p></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://stephan-heider.de/mondschatten/">Mondschatten</a> erschien zuerst auf <a href="https://stephan-heider.de">Stephan Heider</a>.</p>
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		<item>
		<title>El Padre</title>
		<link>https://stephan-heider.de/el-padre/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Aug 2025 10:23:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Menschliches]]></category>
		<category><![CDATA[Spannendes]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>1. Franco Er saß in seinem Wagen und hatte die Coke geleert, die Elisa ihm vorhin mit zorniger Miene in</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://stephan-heider.de/el-padre/">El Padre</a> erschien zuerst auf <a href="https://stephan-heider.de">Stephan Heider</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">1. Franco</h2>



<p>Er saß in seinem Wagen und hatte die Coke geleert, die Elisa ihm vorhin mit zorniger Miene in der gleichen Papiertüte, wie die Tacos, über den staubigen Parkplatz gebracht hatte. Ein kleiner wütender Smiley, nebst den Buchstaben „fck.u.“, zierte die weiße Tüte, die sie wortlos und ohne ihn anzusehen durch das Seitenfenster reichte.</p>



<p>Höchstwahrscheinlich hatte sie ihm in die Tacos gespuckt, so angepisst, wie sie aussah. Es war ihm egal, Elisa war Familie. Was konnte er dafür, dass sie sich immer wieder mit diesem trotteligen Lackaffen Scott traf, dessen Drecksfinger nichts an ihr und schon gar nichts in ihr zu suchen hatten. Und damit er das endlich auch kapierte, hatte Franco es ihm gestern Abend in seinen verdammten Schädel geprügelt: Lass. Deine. Wichsgriffel. Von. Meiner. Cousine. Verstanden?</p>



<p>Onkel Carlos erwartete von Franco, dass er auf seine Tochter Elisa aufpasste. Und was Onkel Carlos wollte, war hier in der Gegend Gesetz. Die Papiertüte mit allem Verpackungsmüll des Diners flog im hohen Bogen aus Francos Karre, wurde von den staubigen heißen Böen und Windteufeln sofort zerlegt und in alle Himmelsrichtungen dieser verfluchten Wüste verteilt.</p>



<p>Das hier war kein schöner Ort an der „Interstate 25“, zehn Meilen vor Alamogordo, und der schäbige Diner zwischen Agaven, Yuccas, Klapperschlangen und Präriehunden erschien ihm als der Vorhof zur Hölle.</p>



<p>Franco hatte nicht viel übrig für diese Welt. Er hielt sie für eine miese Schlampe, die sich einen Spaß daraus machte, ihre Menschen schlecht zu behandeln. Es vergnüglich fand, sie unter Bergrutschen zu begraben oder von Tsunamis überrollen, Tornados erschlagen, in Massen verhungern oder einem angeblichen Schicksal heimsuchen zu lassen – wie zum Beispiel dem seiner Mutter, die vor den Augen eines Zehnjährigen langsam an Krebs verreckte. Diese Welt hatte Franco Zeit seines Lebens im Stich gelassen. Warum sollte er in Gottes Namen auch nur irgendetwas Gutes für diesen Planeten übrig haben? Sie konnte ruhig seinen Müll fressen. Außerdem gab es seit ein paar Tagen noch diesen süßen zweiten Grund, den Müll mit einem Lächeln aus dem Fenster zu werfen.</p>



<p>Franco glaubte nicht an das üblicherweise anerkannte Wenn/Dann-Denken. Nichts hatte scheinbar Konsequenzen. Kausalitätsüberlegungen waren für regeltreue Dummköpfe. Man musste nur die Augen aufmachen und die Realitäten dieser ungerechten Erdkugel erkennen: Je rücksichtsloser man auf ihr agierte, desto besser kam man mit ihr klar. Onkel Carlos war doch das beste Beispiel.</p>



<p>Hier herumzustehen und ein Auge auf Elisa zu haben, war eine Pflicht, die er Franco abverlangte. Er hatte ihn nach dem Tod seiner Mutter großgezogen und bezahlte auch den Schlitten, den Franco fuhr. Aufpassen, das tat er immer nachmittags, wenn Elisa die Spätschicht im Diner hatte. Sie musste genauso in einem einfachen Job arbeiten wie er selbst auch, morgens im Pflegeheim.</p>



<p>Franco betreute dort behinderte Menschen und ehrlicherweise tat er das sogar gern. Er sah einen Sinn darin, hilflose Menschen zu waschen, anzuziehen und zu füttern, mit ihnen zu kommunizieren und auf sie einzugehen. Menschen, die ebenfalls von der Welt um ihr Glück beschissen wurden. So wie er. Am meisten mochte er Carla. Sie war die Essenz eines guten Menschen. Vereinte Dinge wie Unbekümmertheit, Vertrauen, Unschuld, Ehrlichkeit, Zuneigung, Schweigsamkeit in sich. Wie Aquamarine strahlten ihre Augen Carlos an und obwohl sie etwas zu eng standen und sich ihre Blickachsen einen Hauch nach innen neigten, liebte Franco es, in den Inbegriff der Verletzlichkeit hinein zu sehen. Einzutauchen in eine Welt ohne Neid, ohne Häme, ohne Angst. Genau das strahlten ihre Augen aus, obwohl Carla derartig von dieser Welt verarscht wurde.</p>



<p>In diesem Moment wurde Franco aus seinen Gedanken gerissen, denn Elisa trommelte auf seine Haube. »Du dummes Arschloch, warum hast du Scott verprügelt?« Sie hatte wohl gerade Feierabend und war richtig geladen.</p>



<p>Zeitgleich klopfte es am Seitenfenster, in dem ein staubiger, abgeschrappter Coke-Becher auftauchte – in der Hand einer ernst blickenden, blauäugigen Polizistin der Highway Patrol. Im linken Rückspiegel nahm Franco die Staubwolke hinter dem bordeauxroten Cadillac von Onkel Carlos wahr, der gerade auf den Parkplatz des Diners abbog, um Elisa abzuholen, wie jeden Abend.</p>



<p>Von vorne, in Elisas Rücken, setzte sich eine dunkle S-Klasse mit getönten Scheiben in Bewegung, die Franco hier draußen noch nie gesehen hatte. Langsam und unheilvoll.</p>



<p>»Elisa … Elisa«, rief eine Stimme von rechts. Wo in Gottes Namen kam ausgerechnet jetzt dieser bescheuerte Scott mit seinem geschwollenen Gesicht her? Francos Alarmglocken klingelten so schrill wie Elisas Stimme, die sich vor Zorn überschlug. Sein Blick schweifte wie in Zeitlupe von der hübschen Polizistin im linken Seitenfenster über den Rückspiegel mit Onkel Carlos’ Cadillac zu der ausrastenden Elisa vor seiner Motorhaube, dem rechts vorne herannahenden Benz bis hin zu Scott, der im Rahmen des rechten Seitenfensters heran stürzte.</p>



<p>Wenige Sekunden später ging es auf dem Parkplatz des Highway-Diners „El Pinto“ in New Mexicos Ausläufern der Chihuahua-Wüste wie aus heiterem Himmel drunter und drüber! Und um Leben und Tod!</p>



<p>&#8212;</p>



<h2 class="wp-block-heading">2. Carlos</h2>



<p>»Was soll das, Julio? Du bist mein bester Freund, aber wie ich meine Kinder erziehe, geht dich nichts an!« Carlos nippte an einem Drink und sah seinen Sandkastenkumpel und Vertrauten Julio sehr ernst an.</p>



<p>»Franco ist nicht dein Kind«, erwiderte Julio, in dem Wissen, dass er seinen Boss nicht daran erinnern musste. »Er ist der Sohn meiner toten Schwester und somit unter meiner Verantwortung.«</p>



<p>»Ach, Carlos, die Kinder sind längst über zwanzig, und ich habe sie auch mit großgezogen. Warum lässt du sie in so miesen Jobs arbeiten, anstatt sie in der Firma einzusetzen? Du könntest beide sehr gut gebrauchen.«</p>



<p>»Weil sie Latino-Kinder sind. Sie müssen lernen, sich in dieser feindlichen Gesellschaft durchzuboxen und auf eigenen Beinen zu stehen.«</p>



<p>Carlos stürzte den Rest des Drinks runter. »Wer weiß, wie viel Zeit ich mit ihnen habe und wie lange diese ehrenwerte Firma existiert.«</p>



<p>Julio dachte an Anita. Als Carlos’ Frau noch lebte, war alles einfacher. Anita … wie sehr er sie geliebt hatte. Die Frau, die alles im Gleichgewicht hielt. Sollte Carlos jemals von ihrem Seitensprung vor zweiundzwanzig Jahren erfahren, wäre Julio ein toter Mann. Jede Freundschaft hatte ihre Grenzen. Und manche Dinge verjährten nicht. Carlos durfte nie erfahren, dass Elisa nicht von ihm ist. Anita nahm das Geheimnis mit ins Grab und Julio plante dasselbe. Obwohl es ihm das Herz zerriss, wenn er seine Tochter ansah. Er konnte ihr nicht mitteilen, dass er ihr richtiger Vater war, aber er würde niemals zulassen, dass ihr etwas passiert.</p>



<p>Aber Franco war für den Job gewiss nicht geeignet. Er war nur ein halbstarker Idiot. Carlos verdrängte, dass es ganz anderer Fähigkeiten bedurfte, um jemanden effektiv zu beschützen. Julio kannte Männer mit solchen Fähigkeiten.</p>



<p>»Hol den Wagen, Julio. Elisa hat in zwanzig Minuten Feierabend.« Einige Minuten später waren sie auf der Interstate unterwegs, um zum El Pinto zu fahren und Elisa von ihrer Spätschicht abzuholen.</p>



<p>»Wirst du dich jemals von der alten Karre trennen, Carlos?«, scherzte Julio am Lenkrad und sah Carlos im Rückspiegel lachend an.</p>



<p>»Nein.« Dazu hingen viel zu viele Erinnerungen an dem alten Caddy. Carlos strich zärtlich mit der Hand über Anitas leeren Platz neben ihm auf der Rückbank, die mit weichem roten Leder bezogen war. So brüchig, wie Carlos Seele seit Anitas Verlust.</p>



<p>Er war ein mieser Ehemann. Hatte Anita häufig betrogen. Jetzt, wo sie nicht mehr da war, würde Carlos die Zeit gerne zurückdrehen und die Dinge anders machen. Jedoch war es zu spät.</p>



<p>Sie bogen auf den Parkplatz des El Pinto ein, und Julio sah sofort den Streifenwagen, der schräg hinter Franco stand, und die Polizistin an seinem Seitenfenster.</p>



<p>»Es gibt Ärger, Carlos. Die Bullen sind bei Franco!«</p>



<p>»Fahr langsam auf die andere Seite. Ganz ruhig!«, entgegnete Carlos. Dann schrie er panisch: »Oh mein Gott … Julio … irgendjemand schießt!«</p>



<p>&#8212;</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Elisa</h2>



<p>Sie wusste, seit ihrem achten Lebensjahr, dass Julio ihr richtiger Vater war. Mindestens ein Dutzend Mal hatte ihre Mutter es nicht verneint, wenn sie nachfragte. Niemand kann das Gespür eines heranwachsenden Mädchens täuschen, und je älter Elisa wurde, desto stärker spürte sie, wie ähnlich sie Julio wurde. Erwachsene ließen sich leicht täuschen, sie glaubten nur, was sie glauben wollten. Aber Kinder doch nicht.</p>



<p>Sie spielte die Nummer mit. Carlos war ein jähzorniger Hund, dessen Ehre über allem stand. Deswegen mochte er Scott auch nicht. Scott war weiß, und man blieb besser unter sich in Carlos’ Denkschule. Frauen hatten ihre zugeteilte Rolle auszufüllen.</p>



<p>»Hör zu, Elisa. In Zukunft wird Franco vor dem Diner sein und auf dich achtgeben. Bringe ihm dafür täglich eine warme Mahlzeit raus, verstanden?«</p>



<p>»Natürlich, Daddy, mache ich.«</p>



<p>Am Arsch. Sie hasste es, permanent unter Kontrolle zu sein. Carlos suchte den Job aus, in dem ihr gierige Trucker, die sich Tage lang nicht gewaschen hatten, permanent auf den Hintern glotzten, während sie nach Kaffee und Rühreiern blökten.</p>



<p>Elisa würde ausbrechen, und den passenden Partner hatte sie mit Scott bereits gefunden. Beide träumten von einem gemeinsamen Leben, weit entfernt von Carlos. Seit Mutter starb, hielt sie nichts mehr in New Mexico. Ein Haus voller Kinder, vielleicht in Kalifornien – das war es, was Elisa sich wünschte.</p>



<p>Und nachdem Franco gestern Abend Scott vermöbelt hatte, würde sie heute die Bombe platzen lassen. Kurz dachte sie darüber nach, mittags in Francos Tacos zu spucken, aber so mies war sie nicht.</p>



<p>Jetzt, da sie Feierabend hatte, rannte sie aus dem Diner zu Francos Karre und stellte ihn zur Rede. »Warum hast du Scott verprügelt, du dummes Arschloch?«, schrie sie heiser und boxte mit beiden Fäusten auf die Haube des schwarzen Mustang.</p>



<p>»Hohoho, ganz ruhig, junge Dame.« Elisa hatte die junge Polizistin, die mit einem alten Coke-Becher an Francos Seitenscheibe stand, in ihrer Wut gar nicht bemerkt. Wieso griff sie hektisch nach ihrer Waffe? Dann schlug ihr jemand von hinten mit einem Knüppel auf den Oberschenkel, und sie sackte langsam auf der Haube zusammen.</p>



<p>&#8212;</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. Eva</h2>



<p>Eva saß neben ihrer Schwester, die beharrlich schwieg und freundlich lächelte. Es brach ihr das Herz, dass sie nicht mit ihr reden konnte. Carla, drei Jahre älter als Eva, konnte ihr nie die große Schwester sein, die Eva sich oftmals gewünscht hatte. Die sie als Kind tröstete, wenn sie sich die Knie aufgeschlagen hatte. Die die Jungs ihrer Klasse, die sie hänselten, verprügelte. Die ihr Tipps gab, als sie in die Pubertät kam.</p>



<p>Gott sei Dank gab es seit kurzem diesen besonderen Jungen, der sich hier mit einer Naturgabe, wie Eva sie noch bei niemandem gesehen hatte, um die behinderten Menschen kümmerte.</p>



<p>Dass Franco im Wohnheim morgens seinen Dienst verrichtete, beruhigte sie sehr, und so konnte sie sorgenfrei ihre Arbeit bei der Verkehrspolizei tun, für ein kleines Gehalt, das kaum reichte, um Carlas Platz in der Einrichtung zu finanzieren.</p>



<p>Der Mustang stand am Abend an der gleichen Stelle wie immer, und Eva lenkte ihren Streifenwagen lautlos in seinen toten Winkel. Der Coke-Becher wurde ihr direkt vor den Fuß geweht, nachdem sie leise die Tür geöffnet und ihren linken Stiefel auf den sandigen Wüstenboden gesetzt hatte. Sie stieg aus und griff nach dem Becher. Als sie sich an Franco anschlich, kribbelte es in ihrem Bauch.</p>



<p>Täglich wiederholten sie das kleine Rollenspiel der Umwelterziehung, um heftig miteinander zu flirten. »Guten Abend, Führerschein und Zulassung bitte! Wenn Sie hier Ihren Müll in die Natur werfen, bin ich gezwungen, Sie zu verhaften.«</p>



<p>Sie mochte Franco sehr und konnte sich durchaus mehr mit ihm vorstellen. Er war jemand, der sein eigenes Verhalten nicht von dem Verhalten anderer abhängig machte. Er mochte Menschen, nur nicht die Welt an sich. Seine negative Einstellung der Welt gegenüber würde sie ihm schon abgewöhnen – wenn er endlich einmal im Leben Glück erfuhr. Vielleicht könnte sie irgendwann sein Glück werden.</p>



<p>Diese Furie kam mitten über den Parkplatz gerannt und boxte auf die Haube des Mustangs. »Wieso hast du Scott verprügelt, du dummes Arschloch«, blaffte die junge schwarzgelockte Frau durch die Windschutzscheibe.</p>



<p>»Hohoho, ganz ruhig, junge Dame«, erwiderte Eva in dem Moment, als sie gerade gegen die Seitenscheibe geklopft hatte. Hinter der wildgewordenen Latina, die stinksauer zu sein schien, nahm Eva den rollenden Daimler wahr, dessen dunkle Beifahrerscheibe sich gerade herabsenkte und den Blick in den Lauf einer Maschinenpistole freigab. Sie griff an ihr Holster, um die Dienstwaffe zu ziehen, aber Eva hatte keine Chance.</p>



<p>&#8212;</p>



<h2 class="wp-block-heading">5. Pablo</h2>



<p>Pablo ging davon aus, dass die Anzahl an Halbgeschwistern in New Mexico hoch war, aber scheinbar war er der einzige, der sich etwas geschworen hatte: den Schwur, seinen Vater zur Hölle zu schicken, sobald er die Gelegenheit dazu bekäme. Pablo beschloss, Carlos zu töten, als er neun Jahre alt war. Carlos hatte das Leben seiner Mutter und damit auch seines ruiniert. Warum sonst hatte seine Mutter sich wohl zu Grunde gesoffen und war vor seinen Kinderaugen in wenigen Wochen vergilbt und schließlich innerlich aufgeplatzt? Als er sie nach der Schule fand, lag sie da. Ausgelaufen aus ihren Körperöffnungen, wie eine Packung Kirschsaft. Der Moment, als Pablo sich schwor, Rache zu nehmen. An dem Mann, der alle seine Affären fallen ließ, wie heiße Kartoffeln, und sich nie wieder darum scherte, was er angerichtet hatte.</p>



<p>Heute war es soweit. Der siebzehnjährige Pablo wartete darauf, dass Carlos auf den Parkplatz des El Pinto fuhr, rollte langsam in der Fahrstufe D mit der geklauten S-Klasse aus seinem Versteck hervor und ballerte mit der Ingram M11 in Richtung des bordeauxroten Cadillac, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, was und wer sich in seiner Schussbahn aufhielt.</p>



<p>Das kleine Ding schlug um sich wie der besessene Belzebub, aber angesichts der Quantität des Auswurfes war Treffsicherheit hier nur zweitrangig. Pablo schaffte drei oder vier Salven, bevor sein Kopf wie von einer Zange gegriffen, rausgezerrt und über der Fensterunterkante der Fahrertür so heftig verbogen wurde, bis es laut knackte. </p>



<p>Stille.</p>



<p>&#8212;</p>



<h2 class="wp-block-heading">6. Scott</h2>



<p>Schluss mit der Geheimniskrämerei.</p>



<p>Elisa musste endlich wissen, dass Julio ihn vor sechs Monaten angeheuert hatte, um auf sie aufzupassen. Noch einmal würde er sich von der Niete Franco nicht verprügeln lassen, obwohl er ihn mit zwei Griffen leicht hätte töten können – Fähigkeiten, die er beim Militär unter Sergeant Julio Gomez gelernt hatte, noch bevor er in den ärztlichen Dienst wechselte.</p>



<p>Natürlich nahm er nur ein paar Scheintreffer von Francos langsamen Fäusten hin, damit dieser zufrieden war. Peinlich war es trotzdem. Seine Liebe zu Elisa war echt, und er wusste, dass sie heute etwas Dummes anstellen würde. Sie war außer sich vor Wut auf Franco und Carlos.</p>



<p>Scott erreichte den Parkplatz des El Pinto spät und sah Elisa bereits wutschnaubend zu Francos Mustang stürmen, noch bevor er selbst geparkt hatte. Mit blockierenden Reifen kam er zum Stehen, hechtete hinter seiner Freundin her, rief zweimal ihren Namen. Der schwarze Benz rollte zwischen ihn und Elisa.</p>



<p>Seine militärischen Kenntnisse aus der Spezialeinheit halfen ihm, die Situation blitzschnell zu erfassen. Fast zeitgleich nahm er den roten Cadillac und die Polizistin wahr, als die Maschinenpistole losging.</p>



<p>Das erste Projektil traf Elisa von hinten am Oberschenkel, die nachfolgende Salve überrollte die Polizistin. Ihr kleiner Körper wurde meterweit nach hinten geschleudert und blieb schlaff liegen. Elisa rutschte langsam an der Motorhaube des Mustangs zu Boden. »Verdammt, das Baby!« Sie begriff kaum, was ihr geschah. Ihr Blick ruhte auf dem Cadillac ihres Vaters, der im nächsten Moment ebenfalls getroffen wurde. Franco starrte mit großen Augen und offenem Mund auf den vorbeirollenden Benz, wirkte aber unverletzt.</p>



<p>Eine zweite Salve peitschte in die Prärie. Scott musste zuerst den Schützen ausschalten. Er jagte im Vollsprint hinter dem Mercedes her, kam ihm von hinten links näher. Der Attentäter schoss nach rechts aus dem Seitenfenster. Scott sah die dritte Salve quer über den Cadillac pflügen. Als die vierte Salve losging, hatte er die S-Klasse erreicht.</p>



<p>Er griff durch die abgesenkte Scheibe über die Schulter des Schützen, packte Pablos Kinn mit eisernen Fingern und zog seinen Kopf nach hinten, um mit der zweiten Hand einen Zangengriff anzusetzen. Nach den physikalischen Regeln des Hebelgesetzes zogen seine neunzig Kilo nun auf der Kraftseite am Kopf des Schützen. Pablo hatte nichts entgegenzusetzen. Die vierte Salve prasselte durch das Dach des Benz in den Himmel, und noch bevor sie endete, brach Pablos Genick laut knackend.</p>



<p>Kurze Stille nach dem ohrenbetäubenden Lärm der Schüsse. Dann kamen Schreie hoch in Scotts Wahrnehmung.</p>



<p>Scott ließ los. Der Benz rollte mit dem schlackernden Kopf am Seitenfenster weiter. Irgendwann würde ein Kaktus im Weg stehen. Scott musterte die Szene: Elisas Oberschenkel pumpte rhythmisch Blut aus der Wunde. Zu viel Blut. Vielleicht zehn Minuten bis sie verblutet wäre. Sie und ihr gemeinsames Baby.</p>



<p>Die Polizistin trug eine schusssichere Weste. Sie bewegte sich nicht – ein schlechtes Zeichen. Scotts Blick glitt über Carlos Caddy. Julio hatte sich im Sitz aufgerichtet, die Kugeln für Carlos abgefangen. Nun saß er zusammengesackt hinter der geplatzten Windschutzscheibe. Er lebte noch, überleben würde er keinesfalls.</p>



<p>Ein erster Gast streckte die Nase aus dem Diner. Scott schrie ihn an:</p>



<p>»Bringt frische Tücher, Cachasa und ruft die Rettung! Drei bis fünf Schwerverletzte durch Schüsse!«</p>



<p>Franco kroch unverletzt aus seinem zerschossenen Mustang und jammerte:</p>



<p>»Eva … Eva …«</p>



<p>Der Gast aus dem Diner kam mit Tüchern und hochprozentigem Zuckerrohrschnaps.</p>



<p>Scott schrie Franco an:</p>



<p>»Hierher, Franco! Wenn du willst, dass deine Cousine und deine Freundin am Leben bleiben, dann komm gefälligst her!«</p>



<p>Franco folgte den Anweisungen, überrascht von Scotts bestimmender Art.</p>



<p>»Hand her!«, fauchte Scott und schüttete die halbe Flasche Cachasa über Francos rechte Hand. In der Ferne heulten Sirenen.</p>



<p>Scott kniete über Elisa, nahm Francos Zeigefinger und schob ihn bis zum Ansatz in die Wunde ihres Oberschenkels. Der Blutstrom ließ nach.</p>



<p>»Wenn du willst, dass sie lebt, nimmst du den Finger erst raus, wenn ein Arzt es im OP erlaubt, verstanden?«</p>



<p>Franco nickte.</p>



<p>»Was ist mit Eva?«, keuchte er.</p>



<p>»Rette meine Freundin, und ich tue alles, um deine zu retten, kapiert?« Franco nickte ein zweites Mal.</p>



<p>Scott eilte zu Eva. Sie sah übel aus. Fast eine ganze Salve hatte sie niedergemäht. Die Weste schützte ihren Torso, doch ihr Becken war zertrümmert, der Kopf hatte nur einen Streifschuss abbekommen – Gott sei Dank -ein Treffer hätte sie sofort getötet. Ihre Chancen standen trotzdem schlecht.</p>



<p>Polizei und zwei Rettungswagen trafen ein. Zwei Rettungswagen für dieses komplette Desaster. Verdammtes New Mexico. Eva wurde eingeladen, Scott blieb bei ihr.</p>



<p>»Ich bin Arzt.« Die Rettungssanitäter zweifelten nicht.</p>



<p>Der zweite Wagen nahm Elisa auf, mit ihr Franco, dessen Finger sie am Leben hielt. Die Retter bestätigten ihm, er dürfe sich nicht bewegen, bis ein Arzt etwas anderes anordnet. Für Julio kam jede Hilfe zu spät. Carlos kroch auf allen Vieren, paralysiert, über den Parkplatz. Er hatte erschütternde Dinge gesehen, die ihn aus der Balance warfen.</p>



<p>Die Fahrt nach Alamogordo erschien Franco endlos. Er redete unentwegt auf die halbbewusstlose Elisa ein, dass alles gut werde und er sie liebe. Ahnungslos, dass sie Scotts Kind in sich trug.</p>



<p>»Lass mich nicht sterben, Franco«, schluchzte sie zwischen zwei Welten.</p>



<p>Plötzlich fuhr der Rettungswagen langsamer, hielt an.</p>



<p>»Was ist los?«, schrie Franco.</p>



<p>»Wir können unmöglich schon da sein!«</p>



<p>Die Schiebetür wurde aufgerissen. Scott stand halb im Wagen.</p>



<p>»Verdammte Scheiße, unsere Karre ist heiß gelaufen. Das hier hing die ganze Fahrt vor unserem Kühler!«</p>



<p>Er wedelte wütend mit etwas Weißem. Franco erkannte es sofort: die Papiertüte mit Elisas Smiley und der „fck.u“-Notiz, die er achtlos aus dem Auto geworfen hatte. Sein Blut gefror.</p>



<p>Er war verantwortlich, wenn Eva sterben würde und Carla für immer allein blieb. Eva, die ihm täglich klar machte, Müll nicht in die Natur zu werfen. Eva, die fasziniert zusah, wie er sich um behinderte Menschen kümmerte. Er liebte sie – genau in diesem Moment wurde ihm das noch mehr bewusst.</p>



<p>»Ihr fahrt weiter«, bestimmte Scott.</p>



<p>»Nein, nein warte! Was ist mit Eva?« Franco blickte ihn verzweifelt an.</p>



<p>»Sie ist Polizistin und würde wollen, dass Elisa zuerst versorgt wird. Außerdem ist Elisa schwanger.«</p>



<p>Scott hatte die Triage längst vollzogen.</p>



<p>»Wie geht es ihr?«</p>



<p>»Sie kämpft, aber es sieht nicht gut aus.«</p>



<p>Scott schob die Schiebetür zu, klopfte auf das Blech als Zeichen, dass weitergefahren werden konnte. Dann stieg er in den lahmgelegten Rettungswagen und hatte keinesfalls vor, Eva kampflos aufzugeben.</p>



<p>&#8212;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Jahr später</h2>



<p>Scott lag im Bett, streichelte zärtlich über Elisas sternförmige Narbe am Oberschenkel.</p>



<p>»Schatz, wie spät ist es in Phoenix?«, fragte er beiläufig und wählte Francos Nummer.</p>



<p>»Hi Franco, hier ist Scott.«</p>



<p>»Hey, Muchacho, wie ist das Leben in Kalifornien als berühmtester Unfallarzt der Vereinigten Staaten?«</p>



<p>Franco lachte, konnte Scotts errötendes Gesicht vor sich sehen.</p>



<p>»Wirklich gut. Das Krankenhaus ist toll, Elisa hat ein Wirtschafts-Studium begonnen, das überwiegend online läuft. So kann sie sich gleichzeitig um Klein-Julio kümmern – er macht sich großartig. Aber ich rufe eigentlich wegen meiner Lieblingspatientin an. Wie geht es Eva?«</p>



<p>Gerade in dem Moment kam Eva mühsam mit dem Rollator ins Wohnzimmer.</p>



<p>»Eva läuft fast alleine!« rief sie selbst. »Du bist auf Lautsprecher, Scott.«</p>



<p>Tränen stiegen in Scotts Augen.</p>



<p>»Danke, Scott, danke für alles. Die Ärzte sagen, ich werde wieder, auch wenn es noch eine Weile dauert.« Sie holte kurz Luft.</p>



<p>»Habt ihr etwas von Carlos gehört?«</p>



<p>Elisa sprach jetzt:</p>



<p>»Es geht ihm gut. Er versucht, einige Dinge zu regeln, die er in seinem Leben falsch gemacht hat. Er besucht nach und nach seine früheren Affären, um herauszufinden, ob es Kinder gibt, die er vernachlässigt hat. Das ist gerade das Wichtigste für ihn.</p>



<p>Auch wir haben uns versöhnt.«</p>



<p>Sie schwieg über Julio, soweit war sie noch nicht.</p>



<p>Eva und Franco lächelten sich erleichtert an.</p>



<p>»Das soll er tun. Jeder hat eine zweite Chance verdient. Wir hoffen, dass er noch etwas findet, das ihn glücklich macht.«</p>



<p>Eva schluckte kurz und sprach dann weiter.</p>



<p>»Und sag ihm bitte, wie dankbar wir sind, dass Carla mit uns nach Phoenix gehen konnte und diesen wunderschönen Platz in der Einrichtung hat, in der Franco arbeitet. Wir sind sehr glücklich.«</p>



<p>&#8212;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Epilog</h2>



<p>Julio rang um seine letzten Atemzüge in dem zerschossenen, alten bordeuxroten Cadillac, mit dem er seit zwanzig Jahren Carlos kutschierte und belog. Das Letzte, was er sah, war seine verletzte Tochter Elisa auf der Haube des Mustangs. Sie blickte ihn traurig an und formte die Worte:</p>



<p>»Love you Daddy.«</p>



<p>Er lächelte sie mit einem Blick an, der wirkte, als nähme sie ihm gerade eine schwere Last von der Seele.</p>



<p>Dann ließ er los.</p>
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		<title>Achtsam</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jul 2025 21:32:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Emotionales]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Menschliches]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenkliches]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass sie der unerwartete Tod ihrer Tochter so dermaßen aus der Bahn warf, lag in erster Linie an der Abruptheit</p>
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<p>Dass sie der unerwartete Tod ihrer Tochter so dermaßen aus der Bahn warf, lag in erster Linie an der Abruptheit ihres Todes. Aber viel mehr noch an der Tatsache, dass Meret am Morgen des Unfalls dem pubertierenden Teenager hinterher geschrien hatte: </p>



<p>„ICH HASSE DICH!“ </p>



<p>Der Streit war nichtig. Ihre letzten Worte an Pina waren es nicht. Sie waren so bedeutsam, wie der Sicherungsbolzen einer Guillotine, den Meret beiläufig und unbedacht hinausgezogen hatte, während Pinas Kopf darin steckte. </p>



<p>Meret schrie wieder heiser in ihr Kissen, nachdem der Nachtalb ihre aufbäumende Kehle zugeritten hatte, bis sie in Schweiß und Tränen aufwachte, wie jede Nacht. Auch acht Wochen danach. </p>



<p>Und wie jede Nacht versprach sie sich erneut, sich heute ausbluten zu lassen oder zumindest vom Dach zu springen. Meret war in der Hölle, obwohl sie noch lebte.</p>



<p>„ICH HASSE DICH!“, schallte ihre Stimme über die erwachende Straße der Siedlung und überschlug sich dabei. Nachbarn blieben stehen und schauten kopfschüttelnd hoch zu ihrem Küchenfenster. Der Moment, als die Zeit wenige Sekunden stehen blieb. Pina war auf ihr Rad gestiegen und drehte sich noch einmal um. Ihre Augen antworteten stumm: „Mama, ich liebe dich, aber kann gerade nicht reden. Wir klären das heute Abend.“ </p>



<p>Meret fuhr ein Schwert durchs Herz, als Pina sich wortlos abwandte und zur Schule aufbrach, in der sie nie ankam. Diese Szene lief für sie in einer Endlosschleife ab.</p>



<p>„Wenn man lebendig ins Fegefeuer geraten kann“, dachte sie. Ihr Blick verschwamm und sie fand sich erneut schreiend am Küchenfenster wieder.</p>



<p>„ICH HASSE DICH!“</p>



<p>Das waren ernsthaft die letzten Worte an ihr Kind. Das Kind, dass sie so liebte. Eine dumme, emotionale Sekunde, in der die Nerven einer sorgenvollen Mutter durchgingen und zum ersten Mal die Worte in den Tag nicht waren: </p>



<p>„Hab dich lieb, pass auf dich auf.“ </p>



<p>Meret hasste sich so sehr für diese eine Schwäche, dass sie ihre tränenden Augen nicht mehr schloss, in der Hoffnung, dass sie ihr aus den Höhlen brennen würden.</p>



<p>Die sanfte und kühle Berührung ihrer Lider empfand sie angenehm wohltuend und weckte ihre Aufmerksamkeit. Die Berührung duftete nach Pina, zart und frisch. Meret glitt durch einen Tunnel, an dessen Ende ein diffuses Licht wartete. Sie nahm eine Stimme und ein sich langsam formendes Wort wahr.</p>



<p>„Mama&#8230;. Mama“ &#8230; ein Schluchzen.</p>



<p>Meret schlug ihre brennenden Augen auf, die Pina acht Wochen mit Salbe gepflegt hatte. Ein wunderschöner Traum, Pina saß seitlich auf ihrem Bett. „Pina, bin ich endlich tot?“</p>



<p>„Oh nein, Mami, Gott sei Dank nicht. Du hattest einen Unfall und warst acht Wochen im Koma.“ Pina brach weinend auf ihrer geliebten Mutter zusammen.</p>



<p>„Es tut mir so leid, Mami, dass wir im Streit auseinander gegangen sind. Das passiert niemals wieder.“</p>
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		<title>Schschsch&#8230;Die Stille nach Dir</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jun 2025 09:47:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Emotionales]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Menschliches]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenkliches]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie lange hatte ich Tessa wohl nicht gesehen? Sicher sechs Monate. Seit sie beruflich mit Leoni nach Frankfurt gezogen war,</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wie lange hatte ich Tessa wohl nicht gesehen? Sicher sechs Monate. Seit sie beruflich mit Leoni nach Frankfurt gezogen war, gab es die Gelegenheiten meine beste Freundin zu treffen nicht mehr so häufig. Umso überraschter schaute ich aus der Wäsche, als sie am späten Abend plötzlich vor der Tür stand. Ihr energisches Klopfen an der Terrassentür holte mich langsam zurück aus meinem Schlaf auf dem Sofa, in den mich meine derzeit favorisierte Netflix-Serie gezogen hatte. Wie so oft, nach einem harten Arbeitstag und der anschließenden Ausfüllung meiner Rolle als gute Hausfrau, Ehefrau und Mutter.</p>



<p>Es dauerte eine Weile, bis ich begriff, dass es Tessa war, die mit zerzaustem Haar und ihren großen grünen Augen durch die Scheibe winkte. Diese Traumaugen unter den langen Wimpern, die so unwiderstehlich auf Männer wirkten und um die ich sie schon als Teenager beneidet hatte. Glück in der Liebe brachten sie ihr bisher nicht, Tessa zog Leoni allein groß. Ich formte leise fragend das Wort „TESSA?“ mit den Lippen, um meine Kinder nicht zu wecken. Ich sprang zur Tür und öffnete mehr oder weniger baff das Schiebeelement.</p>



<p>Tessa und ich fielen uns überwältigt in die Arme und verdrückten ein paar Tränchen der Wiedersehensfreude, bevor wir uns wieder fassten und ich sie hereinzog.</p>



<p>„Mensch Tessa, was machst du denn hier? Ich verstehe gar nichts mehr. Wieso hast du denn nicht angerufen? Wie spät ist es überhaupt?“ Ich überzog sie mit viel zu vielen hastigen Fragen.</p>



<p>„Schschschschsch!“ Sie lächelte und drückte mir sanft ihre Fingerspitzen auf die Lippen, bis ich mich wieder gefangen hatte. Das war ihre Geste, um mich zu beruhigen. Schon immer.</p>



<p>Ihre Finger auf meinen Lippen vor der Abi Prüfung.</p>



<p>Ihre Finger auf meinen Lippen vor meiner Hochzeit.</p>



<p>Ihre Finger auf meinen Lippen vor der Geburt meines ersten Kindes.</p>



<p>„Schschschschsch, ruhig Lina, ruhig.“ Und dann sortierte sie meine Gedanken in jeder Krise mit eindringlichen Worten richtig ein, damit ich alle Schwierigkeiten mit Bravour meisterte. Nur sie konnte sich auf die Frequenz meines rasenden Pulses legen und ihn mit einem Bremsfallschirm, aufgepustet mit dem Laut:</p>



<p>„<strong>Schschschschsch</strong>“</p>



<p>wieder auf Schrittgeschwindigkeit verlangsamen.</p>



<p>„Es ist zehn Uhr abends, Lina. Entschuldige, dass ich dich erschreckt habe, Süße“, hauchte sie.</p>



<p>„Nein, nein, alles gut“, erwiderte ich, „Ist etwas passiert, was machst du denn hier?“</p>



<p>„Ich hatte plötzlich so eine Sehnsucht nach dir, Lina. Ich musste dich unbedingt sehen.“</p>



<p>„Ach Tessa“, ich fing an zu weinen, „Ich habe dich auch so vermisst, ich freue mich so sehr, dich zu sehen.“ Sie nahm mich nochmal in den Arm. „Weißt du was“, sagte ich, „Ich schenke uns ein Glas Wein ein. Ich habe dir so viel zu erzählen. Bernd ist auf Nachtschicht und die Kinder haben morgen erst zur zweiten Stunde Schule.“ Ich legte kurz meine Handfläche auf ihre Wange, sie ließ ihren Kopf in sie hinein sinken.</p>



<p>Auf dem Weg in die Küche hörte ich sie sagen „Warte, bleib“, doch ich plapperte weiter.</p>



<p>„Du bist so klasse, Tessa. Einfach so den weiten Weg nach Berlin zu kommen.“ Mittlerweile stand ich in der Küche vor dem offenen Kühlschrank und rief hinein: „Wo ist Leoni?“</p>



<p>„Darum bin ich auch hier!“, hörte ich sie aus der Ferne des Wohnzimmers rufen.</p>



<p>„Moment, ich komme“, rief ich zurück und zog die Flasche Weißwein heraus, „Ich höre dich hier so schlecht. Holst du schon mal zwei Gläser raus?“ Ich schlug den Kühlschrank zu und machte mich auf den Weg zurück zu Tessa ins Wohnzimmer. Sie gab mir keine Antwort und so redete ich weiter, während ich den Flur hinunterlief. „Ich muss dir unbedingt von den Kindern erzählen, ach Jeh die Kinder.“ Ich schraubte meine Stimme herunter. Mit den Worten: „Ich hatte ganz vergessen, dass die Jungs oben schlafen“, kam ich leise kichernd zurück ins Wohnzimmer.</p>



<p>„Tessa?“, ich sah mich um, der Raum war leer. „Tessa?“ Leise klopfte ich an der Tür des Gäste WCs. Nichts. So sehr ich sie auch suchte, Tessa war nicht mehr da. Auch im Garten, durch den sie gekommen war, keine Spur von meiner besten Freundin, die ich seit dem Kindergarten liebte wie eine Schwester. Eine Weile saß ich gedankenverloren da, wusste nicht so recht, wie lange es her war, dass ich aufwachte. Mir kam die Idee sie anzurufen, um zu fragen, warum sie wortlos wieder gegangen ist. Hatte ich irgendetwas falsches gesagt? Dreimal ließ ich es lange klingeln, ohne dass Tessa meinen Anruf auf ihrem Handy entgegennahm. Wo war sie nur hin? Ich überlegte krampfhaft, was der Grund für ihren abrupten Aufbruch gewesen sein könnte, obwohl sie erst wenige Minuten zuvor gekommen war. Nach einer spontanen Anreise von sechshundert Kilometern. Mir fiel gerade ein, dass sie als letztes sagte, sie sei auch wegen Leoni gekommen, als plötzlich mein Handy schellte. Der Klingelton, der auf meinem Handy nur ihr gehörte. <em>That&#8217;s What Friends Are For</em>. Auf dem Display leuchtete der Name: Tessa Maiwald. Ich riss das Telefon ans Ohr. „Tessa, wo bist du? Was habe ich gesagt? Was&#8230;“</p>



<p>Eine ruhige Frauenstimme unterbrach mich. Dieses Mal nicht mit den Worten „Schschschsch, Lina beruhige dich“, sondern mit einem sachlichen: „Lina Minster? Sind Sie Lina Minster?“</p>



<p>„Ähh, ja, wer sind Sie?“, antwortete ich konsterniert, „Wieso haben Sie Tessas Handy? Wo ist Tessa? Was haben Sie mit ihr gemacht?“ Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf.</p>



<p>„Lina, hören Sie. Mein Name ist Beate Brunner, ich bin Unfallärztin.“</p>



<p>Mir blieb die Luft weg.</p>



<p>„Wir haben Tessa hier bei uns in der Klinik. Sie hatte einen Autounfall.“</p>



<p>„Was ist passiert“, stammelte ich. „Wie geht es ihr? Sie war soeben noch bei mir. Ich komme sofort, Frau Doktor! Liegt sie in der Charité?“</p>



<p>„Lina, Lina, hören Sie. Ich rufe aus dem Klinikum Frankfurt an. Es tut mir sehr leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Tessa vor dreißig Minuten den Folgen ihrer Verletzungen erlegen ist. Normalerweise hätte ich gar nicht zurückgerufen, aber Tessa hat zuletzt immer wieder gesagt: ‚Leoni muss zu Lina, versprechen Sie mir, dass Sie sich darum kümmern.‘ Und eine halbe Stunde später rufen genau Sie dreimal auf Tessas Handy hier an. Lina stand auf dem Display. Es tut mir unendlich leid. Wissen Sie, was Tessa wollte?“</p>



<p>Ich schluckte gegen den Kloß an, der mir die Luftröhre zudrückte. „Ich weiß es, Frau Doktor. Ich kann gerade nicht sprechen.“</p>



<p>Dann brach ich zusammen.</p>



<p>Drei Tage später stand sie vor meiner Tür mit ihrem Köfferchen. Das kleine Mädchen mit den großen grünen Augen und den langen Wimpern. Sie schluchzte verunsichert. Ich legte meine Fingerspitzen auf ihre Lippen und sagte leise: „Schschschsch, ruhig Leoni, beruhige dich. Ich bin für dich da.“</p>



<p>Sie blickte zu mir auf und ließ vorsichtig ihre Wange in meine Handfläche sinken.</p>
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		<title>Entscheidung eines Lebens &#8211; Podcast</title>
		<link>https://stephan-heider.de/entscheidung-eines-lebens-podcast/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Mar 2025 06:48:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Emotionales]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Menschliches]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenkliches]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Silke Siegel liest hier noch einmal eine Kurzgeschichte aus meinem Buch &#8222;Affectum&#8230;und wen hast du so vermisst?&#8220; Den Podcast findest</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://stephan-heider.de/entscheidung-eines-lebens-podcast/">Entscheidung eines Lebens &#8211; Podcast</a> erschien zuerst auf <a href="https://stephan-heider.de">Stephan Heider</a>.</p>
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<p>Silke Siegel liest hier noch einmal eine Kurzgeschichte aus meinem Buch &#8222;Affectum&#8230;und wen hast du so vermisst?&#8220;</p>





<p>Den Podcast findest du auch hier (öffnet einen neuen Tab): <a href="https://wasliestdieda.de/episode/244-entscheidung-eines-lebens-stephan-heider" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://wasliestdieda.de/episode/244-entscheidung-eines-lebens-stephan-heider</a></p>
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		<title>Crossover</title>
		<link>https://stephan-heider.de/crossover/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Apr 2024 07:39:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lustiges]]></category>
		<category><![CDATA[Menschliches]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neulich cruiste ich mal wieder bester Laune in meinem treuen verbeulten 96'er Volvo, den ich genau deswegen liebevoll Horst Hrubesch nannte, aus der Stadt nach Hause.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://stephan-heider.de/crossover/">Crossover</a> erschien zuerst auf <a href="https://stephan-heider.de">Stephan Heider</a>.</p>
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<p>Neulich cruiste ich mal wieder bester Laune in meinem treuen verbeulten 96&#8217;er Volvo, den ich genau deswegen liebevoll Horst Hrubesch nannte, aus der Stadt nach Hause.</p>



<p>Dorthin hatte mich ein Flyer mit dem Angebot einer knusprigen Pekingsuppe gelockt, bei dem ich dachte: &#8222;Potzblitz, das wäre die erste knusprige Suppe meines Lebens.&#8220; </p>



<p>Als neugieriger Zeitgenosse wollte ich unbedingt wissen, wer so ein Wunderwerk wohl kochen könnte. Obwohl ich die große Chance eines Schreibfehlers bereits vorahnte, lernte ich an diesem Nachmittag wundervolle neue Menschen kennen und genoss die leckere Pekingsuppe von Hao und Jinjin, die alle Raffinessen bot, nur keine Knusprigkeit. Ansonsten konnte ich den neuen Chinesen durchaus empfehlen.</p>



<p>Ich bog also mit Horst Hrubesch satt und fröhlich pfeifend zu &#8222;I&#8217;m the great Pretender&#8220; in die Zufahrtstrasse unseres prächtigen Dorfes ein, in dem man es gemütlich mochte. Meine Erfahrung lehrte mich über die Jahre, dass man diese enge Straße am nervenschonensten mit einer großen Portion Rücksichtnahme und einem wohlwollenden verkehrstechnischen Miteinander bewältigen konnte, da hier die Fahrbahn durch einseitig parkende Autos über mindestens hundert Meter auf eine Fahrspur begrenzt wurde. </p>



<p>Das freundliche Anblinken und Vorfahrt geben hatte sich als tägliche Übung, ja sogar Entspannungslektion mit Glücksmoment bei den meisten Anwohnern etabliert und zum beliebten Ritual gemausert. Im Happyend des Geduldens wurde man nämlich mit einem dankbaren Lächeln seines Verkehrs-Gegenübers fürstlich belohnt, was für einen Gute-Laune-Impuls für mehrere Stunden sorgte. </p>



<p>Fest entschlossen mir diesen Glücksmoment gleich auch noch gratis abzuholen und meinen Tag damit perfekt zu machen, fuhr ich also auf der vorfahrtberechtigten Seite auf die Stelle zu, an der sich das persönliche Stresslevel zwischen einer autogenen Übung und einer Kernspaltung entscheiden konnte.</p>



<p>Freudestrahlend sah ich auch schon in der Ferne ein entgegenkommendes Fahrzeug, dessen Führer gleich von mir die Vorfahrt geschenkt bekommen würde. Ein herrliches Present, das uns beide kurz aus der Anonymität holen und für wenige Sekunden in einem empathischen Moment, einem lächelnden Blickwechsel miteinander verbinden würde.</p>



<p>Kleines Glück für total umsonst.</p>



<p>Ich hatte schon die Hand am Hebel der Lichthupe, als mir ganz unverhofft von rechts ein keckes graues Vehikel so rücksichtslos die Vorfahrt nahm, dass Horst Hrubesch unter der harten Bremsung ächzte und quietschte. Der junge Herr im hochpreisigen Crossover, wie ich später wusste, kam sich offensichtlich sehr smart vor, denn er sah mich überlegen an, während er flotten Reifens rechts rum vor mir in die enge Gasse eilte. </p>



<p>&#8222;Der fährt wohl im SUV&#8220;, fluchte ich vor mich hin. &#8222;Alles okay, Horst?&#8220;</p>



<p>Horst Hrubesch wippte tiefenentspannt lange nach. Ich sah dem SUV-Coupe (Oh Mann, so nützlich wie ein Messer ohne Griff, wo die Klinge fehlt) nach und gab dem Fahrzeug dahinten im Gegenverkehr genussvoll Lichthupe zur freien Einfahrt in die einspurige Gasse, in die Mr. Crossover schon hineingefahren war. Das Gegenüber blinkte dankbar zurück und fuhr los, so wie es bei uns im Dorf bekannte Praxis geworden war.</p>



<p>Da ich wusste, dass es nun etwas dauern würde und man besser für den vollen Genuss auch Ton hat, stieg ich aus, setzte mich auf Horst Hrubeschs Haube und lehnte mich gemütlich an seine Windschutzscheibe. </p>



<p>&#8222;Oh yes, I&#8217;m the great Pretender, oho oho oho&#8220; schallte es aus seinem Radio.</p>



<p>Ich steckte mir eine Zigarette an, die die knusprige Pekingsuppe abrundete und bekam doch noch mein kleines Glück für total umsonst. </p>



<p>Der Wagen gegenüber war der von Bauer Bruhns, genannt Pranken-Paul, das hatte ich längst erkannt. Da würde wohl kommenden Samstag ein Bier auf meine Kosten fällig. Prost!</p>
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		<title>Die Tristesse des Triple Tango (Podcast &#8222;Wasliestdieda&#8220; &#8211; Folge 188)</title>
		<link>https://stephan-heider.de/die-tristesse-des-triple-tango-wasliestdieda-folge-188/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Feb 2024 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Menschliches]]></category>
		<category><![CDATA[Nachdenkliches]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus meinem Buch &#8222;AFFECTUM&#8230;und wen hast Du so vermisst&#8220; hat Sprecherin Silke Siegel meine Kurzgeschichte &#8222;Die Tristesse des Triple Tango&#8220;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://stephan-heider.de/die-tristesse-des-triple-tango-wasliestdieda-folge-188/">Die Tristesse des Triple Tango (Podcast &#8222;Wasliestdieda&#8220; &#8211; Folge 188)</a> erschien zuerst auf <a href="https://stephan-heider.de">Stephan Heider</a>.</p>
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<p>Aus meinem Buch &#8222;AFFECTUM&#8230;und wen hast Du so vermisst&#8220; hat Sprecherin Silke Siegel meine Kurzgeschichte &#8222;Die Tristesse des Triple Tango&#8220; vorgelesen und als Folge 188 in ihrem Podcast &#8222;Wasliestdieda&#8220; veröffentlicht. Sehr spannend für mich. Ich bedanke mich ganz herzlich dafür!</p>



<p>Hier ist das Ergebnis:</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">

</div><figcaption class="wp-element-caption">Externer Link zum Video (öffnet in neuem Tab): <a href="https://www.youtube.com/watch?v=S6iBvepGzMw" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.youtube.com/watch?v=S6iBvepGzMw</a></figcaption></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://stephan-heider.de/die-tristesse-des-triple-tango-wasliestdieda-folge-188/">Die Tristesse des Triple Tango (Podcast &#8222;Wasliestdieda&#8220; &#8211; Folge 188)</a> erschien zuerst auf <a href="https://stephan-heider.de">Stephan Heider</a>.</p>
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